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Resi Faschl - Eine couragierte Gosauerin

Resi Faschl
Resi Faschl mit ihrem Ehemann

Theresia Faschl wurde am 26.8.1900 beim Bäckenhansen geboren. Ihr Mädchenname war Prommer, aufgewachsen ist sie im Haus Prommer in Gosau 169. 1927 heiratete Theresia ihre Jugendliebe Hubert Faschl, den Sohn vom Brandwirt in Gosau. Die Ehe blieb kinderlos. Dass Resi Faschl die "Mutter Courage" von Gosau war, zeigte sich vor allem in den letzten Kriegsjahren: 1945, kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges, suchten viele Soldaten in Gosau ein Quartier und so kam es, dass der Gasthof Brandwirt zu einem Zufluchtsort für Soldaten wurde. Der Gasthof war zum bersten voll mit Soldaten, die Zimmer waren bis aufs letzte Bett belegt, sogar im Stiegenhaus wurde geschlafen.
Es herrschte immer reges Treiben in der Gaststube und die Soldaten fielen durch kleine Raufereien nur selten negativ auf. Doch eines Abends kam alles anders und die Situation drohte zu eskalieren - wäre da nicht die couragierte Resi Faschl gewesen, die in ihrer "Männerwirtschaft" für Recht und Ordnung sorgte.
Es war ein regnerischer Abend, als plötzlich ein junger Soldat in die Gaststube stürzte, zu Boden fiel und zitternd vor Angst liegenblieb. Es dauerte keine fünf Minuten, da öffnete sich die Stubentüre ein zweites Mal und eine ganze Truppe Soldaten stürmte ins Gasthaus. Ein Offizier riss den völlig verängstigten Soldaten vom Boden auf, beschimpfte ihn als Deserteur und zielte bereits mit seinem Gewehr auf den Flüchtigen.
Während die anderen Soldaten in der Gaststube zu tiefst erschrocken waren,packte Resi Faschl den Offizier am Oberarm, riss ihn beiseite, stellte sich vor den jungen Soldaten und sagte: "Bevor Sie ihn erschießen, müssen Sie zuerst mich erschießen". Der Mut der Wirtin überraschte den Offizier dermaßen, dass er sich umdrehte und wortlos bei der Haustür hinausging. So rettete die gosinga "Mutter Courage" dem jungen fremden Soldaten das Leben.

Während des zweiten Weltkrieges sollte die Grabenbachbrücke an der Pass Gschütt Bundesstraße gesprengt werden um den Vormarsch der Amerikaner zu stoppen oder zumindest zu verzögern. Nach kurzer Arbeit waren die Brücke und die angrenzenden Bäume mit Sprengstoff geladen.
Der Gosauer Wirtin Resi Faschl entging nichts, denn immerhin beherbergte sie unzählige Soldaten in ihrem Gasthof, die zu späterer Stunde gern hochinteressante und ab und zu geheime Pläne verrieten. Auch der Drahtzieher dieser Aktion war ihr kein Unbekannter. Hauptmann Binder, Kommandant der "Vormilitär Soldaten" in Gosau, hatte diese Sprengung veranlasst in der Hoffnung die Amerikaner endgültig von Gosau fern zu halten.
Mit weiblichem Charme und einem Korb voller Köstlichkeiten bepackt stapfte die Wirtin zum Hauptmann und bat ihn, die Sprengung zu verhindern, mit dem Vermerk, dass die Amerikaner trotz allem kommen und das ganze Dorf vernichten würden. Hauptmann Binder dachte darüber nach und kam zum Entschluss, dass resi Faschl mit ihren Befürchtungen Recht hatte. Der Sprengstoff wurde entfernt - die geplante Sprengung wurde niemals durchgeführt.
Somit hatte die mutige Wirtin ein weiteres Mal ein Unglück verhindert. Als der Krieg zu Ende war, wurde im Speisesaal beim Brandwirt eine Schreibstube eingerichtet um die in Gosau verbliebenen Soldaten zu entlassen.


Der Bericht entstand nach einer Erzählung von Frau Else Prinz. Sie arbeitete damals beim Gasthof Brandwirt und wurde Zeugin dieser Vorfälle.

Die "Gosaunetterinnen" sind sehr gerne bereit weitere besondere Vorkomnisse aus dieser Zeit zu dokumentieren. Geben Sie uns Nachricht.

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