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Historische Modenschau durch 4000 Jahre Modegeschichte

Konzept und Umsetzung Magistra Karina Grömer und Helga Mautendorfer

Fotos zur Modenschau

Die Urgeschichte - umfasst die Bronzezeit 2300 -750 v. Chr. und die Eisenzeit 750 - 15. v. Chr.
Hier sind vor allem Trachtlagen aus Gräbern und Grabfunde aus dem norddeutschen und skandinavischen Raum für die Rekonstruktionen ausschlaggebend.
In Hallstatt beginnt in der Bronzezeit der Salzbergbau, in der älteren Eisenzeit wird im Salzbergtal das berühmte Gräberfeld angelegt.
Die ersten Gewänder, führen uns ins 2. Jahrtausend vor Christus.
Wir kennen die einzigen vollständigen Kostüme aus dieser Zeit von den Baumsargfunden aus Dänemark. Die Kostüme, sind anhand dieser Funde nach geschneidert.
Die Gewänder sind aus naturfarbener Wolle und Leinen. Vorlage für den Schmuck der Dame ist ein Grabfund aus dem Raum St. Pölten. Der Herr trägt nur einen Kittel, es gibt bei uns noch keine Hosen.
Man hatte nicht nur gewebte Kleider. So ein Schnurrock und eine Haube aus Sprang wurde im Grab eines 11-jährigen Mädchens in Dänemark gefunden.

Wir befinden uns im Jahre 700 v. Chr., in der älteren Eisenzeit, der HALLSTATTZEIT! Ab nun sind wir in Farbe!
Sie sehen hier farbenprächtige Stoffe, auch karierte und verzierte, wie wir sie von den Funden aus dem Salzbergwerk Hallstatt kennen. Man hat schon mit Naturfarben gefärbt, zum Beispiel mit Waid, Färberwau und Krapp. Auch schöne Borten in Brettchenwebtechnik gibt es aus Hallstatt.
Die Kleider der Damen sind übrigens nach den Darstellungen auf Hallstattkeramik gestaltet und haben eine dreieckige Grundform.
Der Herr trägt einen aus mehreren Teilen zusammennähten Kittel. So eine Ziernaht hat man auf einem Textilfund aus Hallstatt gefunden.
Auch die Kopfbedeckung ist nach einem Fund aus dem Bergwerk rekonstruiert. Unter dem Kittel trägt er Beinlinge, wie wir sie von Originalen aus Südtirol kennen.

Jüngere Eisenzeit
Eine modische Neuerung! Zum ersten Mal in der Geschichte ca. 200 v. Chr. werden bei uns Hosen getragen. Das war für die Römer später so ungewöhnlich, dass sie alle nordischen Völker "braccati" nannten - die Behosten.
Der Hosenfund stammt aus einem Männergrab in Norddeutschland, genauso wie Kittel und Rechteckmantel.
Die Dame hat einen so genannten Peplos an, archäologisch belegt durch einen Fund aus Dänemark. Den Peplos gab es schon im antiken Griechenland. Er ist ein schlauchförmiges Kleid, das an den Schultern mit Fibeln zusammengehalten und gegürtet wird.

Die Antike
Die Römer drängen 15 vor Christus bis zur Donau vor und haben nun die Vorherrschaft über die einheimische Bevölkerung. Latein wird zur Amtssprache. Römische Errungenschaften sind gepflasterte Straßen, Wasserleitungen und der Limes.
Unser zweites Bild - die Antike - zeigt nun zuerst Gewänder aus der Römerzeit  bis 500 nach Christus. Danach folgen Gewänder aus der anschließenden Völkerwanderungszeit cirka 5. bis 7. Jahrhundert.
Ausgangsmaterial für die Kostüme waren vor allem antike, noch erhaltene Originalgewänder und Trachtlagen aus Gräbern.
Ein römischer Senator trägt über der langen Tunika die Toga, das Staats- und Ehrenkleid des römischen Bürgers. Die Toga war aus weißer Wolle, den hohen Würdenträgern waren purpurne Streifen gestattet.
Seine Begleitung trägt einen Peplos. Wir haben ein solches Gewand schon in der jüngeren Eisenzeit kennen gelernt. Die wechselwirkenden Einflüsse der verschiedenen Kulturen waren damals schon beachtlich. Eine vornehme Römerin trug ihr Haar in komplizierten Frisuren hochgesteckt.
Die  zweite Dame trägt eine weite Dalmatika mit den typischen Streifen, den "clavi". Diese hier sind aus einem Brettchengewebe mit broschierten Kreuzen. Das Kleid ist einem frühchristlichen Gewand aus dem 4. Jahrhundert nach Christus nachempfunden.
Die Dalmatika, das Hauptkleidungsstück der frühen Christen, lebt bis heute im Ornat der Geistlichen weiter.
Die Völkerwanderungszeit ist eine Zeit voller Unruhen. Einflüsse verschiedener Völker spiegeln sich in der Kleidung wieder. Römische und germanische Kleidungsformen vermischen sich.
Hier präsentieren wir Ihnen eine fränkische und bajuwarische Tracht aus dem 6./7. Jahrhundert nach Christus: Einfache knielange Tuniken mit Bortenbesatz bei Mann und Frau, dazu eine Hose beziehungsweise Rock und Schleier.
Ein Rechteckmantel ist ein sehr praktisches Kleidungsstück. Es dient zum Anziehen gegen Wind und Wetter, als Unterlage und auch zum Zudecken im Bett. So wurde es von Karl dem Großen überliefert, der eine besondere Vorliebe für diese einfache fränkische Tracht hatte.
Vervollständigt wird das Gewand durch die regional unterschiedlichen Trachtbestandteile - also dem Schmuck im weitläufigen Sinne.
Die Dame ist etwa mit Schmuck aus einem bajuwarischen Grab von Ausgrabungen aus Linz-Zizlau ausgestattet. Sie hat prächtige Fibeln, byzantinische Ohrringe. Typisch ist das Gürtelgehänge mit Zierscheibe, Kamm und Messer.

Das nun folgende Bild Mittelalter widmet sich der Zeit vom 9. Jahrhundert bis zu 1500 und umfasst die Epochen der Romanik und der Gotik.

Aus dieser Zeit sind es neben den wenigen Originalfunden, vor allem die bildlichen Darstellungen von Menschen in ihrer Kleidung - Buchmalereien und Statuen - die uns Aufschluss geben über die damalige Mode.
In der Romanik, im 11.-12. Jahrhundert
, trugen die Männer einen langen Leibrock, keine Hosen sondern Beinwickel, die mit Riemen gebunden wurden.
Bei den Frauen gab es erstmals auf Form geschnittene, also auf die Figur angepasste Kleider.
Die Betonung der Taille erregte Anstoß und wurde von den Geistlichen kritisiert: Ich zitiere, wie sich ein Bischof über diese Mode aufregt: "die eingeschnürten Hüften"  ohne Scham und ein Schauspiel für das ganze Volk.
Im 12. Jahrhundert entstehen auch die Schneiderzünfte, da die nun im Mittelalter modernen schwierigen Schnitte der Gewänder ein spezialisiertes Handwerk brauchen.
Besonders modern - aber unpraktisch - waren die Schleppenärmel. Sie wurden deshalb von adeligen Frauen gerne getragen um zu demonstrieren, dass sie nicht arbeiten müssen.
Ein Ritter mit seinem Gefolge. Wir sind in der Zeit der hohen Minne und der Kreuzzüge, in der Frühgotik um 1300.
Der Ritter hat standesgemäß ein Kettenhemd, einen Waffenrock, Schwert, Schild und Helm. Der Knappe begleitet stets seinen Herrn. Er ist mit den Wappenfarben seines Ritters bekleidet.
Damen, sowie Herren haben weite, lange Gewänder.
Die Damen tragen zwei Kleider übereinander, das Unterkleid - auch Cotte genannt und ein ärmelloses Überkleid, die Surcot. Diese schleifte mit Überlänge am Boden.  Diese Überlänge war die Vorstufe zu den später üblichen Schleppen.
Vorbilder hierfür waren die Abbildungen der Manesse-Handschrift, einer Sammlung von mittelalterlichen Minneliedern.
Die Hochgotik, von 1350-1400, zeichnet sich vor allem durch eine schlanke Silhouette aus. Selbst die Schuhe waren lang gestreckt und spitz.
Es gab zu dieser Zeit viele verschiedene modische Erscheinungen: Die Dame in Grün zum Beispiel hat gezaddelte Ärmel, der Herr rote Scheinärmel an seinem zweifarbigen Wams. Mi-parti wird das genannt.
Die Ärmel wurden nicht immer angenäht, sondern auch angenestelt, dadurch konnte man sie beliebig austauschen. sehr praktisch!
Die Oberbekleidung der Männer, das Wams, wird immer kürzer.
So findet man 1367 in einer Mainzer Chronik eine Kritik dazu: "die jungen Männer tragen so kurze Röcke, dass sie weder die Schamteile noch die Hintern bedecken. Wenn sie sich bücken, dann kann man in den Hintern sehen! O, welch unglaubliche Schande!"
Auch bei den Frauengewändern tut sich Anstößiges: Die Ärmelausschnitte an der Surcot werden immer größer. In dieser Form werden sie von den geistlichen Obrigen "Teufelsfenster" genannt, weil man unsittliche Einblicke zum Untergewand der Dame hatte.
Junge Mädchen trugen ihr Haar offen, die verheiratete Frau hatte immer einen Schleier oder eine Haube - sie war also "unter die Haube gekommen".

Die burgundische Mode um 1450:

Bei den Damenkleidern sticht die hohe Taille hervor, die durch den Gürtel noch betont wird. Man trägt also Bauch als modisches Ideal.
Die Puffärmel beim Mann betonen die breiten Schultern. Die Oberteile haben Stehkrägen und strenge Falten an der Taille.
Die Gugel als Kopfbedeckung für Männer entstand im 14. Jahrhundert.
Dieser Schulterkragen mit Kapuze hatte teilweise sehr lange Zipfel.
Diese kostümgeschichtliche Erscheinung lebt auch heute noch in den Harlekinskostümen und Kasperlmützen fort.
Hier wird die Gugel - modisch extravagant - verkehrt herum getragen wie ein Hut.

Nun zur Neuzeit: Columbus hat 1492 Amerika entdeckt, der Buchdruck wurde erfunden, die neuen Kultur- und Kunstströmungen der Renaissance schlagen sich auch in der Mode nieder.

Die Renaissance umfasst die Zeit  von 1500 bis 1600/20
Als Quellen dienen uns hauptsächlich Gemälde, aber auch schriftliche Aufzeichnungen von Kleiderordnungen, die damals an vielen Orten entstanden sind.
Das Mieder ist die modische Neuerung bei den Damen. Die Taille rückt wieder an die natürliche Stelle und wird besonders betont. Die Röcke sind weit und werden mit zahlreichen Unterröcken in Form gehalten.
Eine gewagte Erfindung in der Frauenmode ist das unbedeckte Dekollete, zu sehen bei der Dame in Rot. Das Dekollete war nur auf Bällen und am Hof erlaubt, in der Öffentlichkeit oder beim Kirchgang musste es natürlich bedeckt werden.
Diese Dame ist der englischen Hochrenaissance nachempfunden.
Ihre Begleitung trägt ein Kostüm, angelehnt an ein Gemälde Heinrichs des VIII (der alle seine Frauen ermordet hat).Typisch für die Herrenmode ist die breite Silhouette. Er trägt einen pelzverbrämten Samtmantel, die so genannte Schaube und ein dazu passendes Barett.
Die Dame in Weiß trägt ein reich besticktes Brautkleid nach einem Altarbild von Hans Holbein. Die Ärmel sind geteilt, beim Ellbogen quillt das dünne Untergewand hervor.
Der dazugehörende Herr hat ein Gewand nach einem Selbstbildnis von Albrecht Dürer. Charakteristisch ist der V-Ausschnitt des Wamses, unter dem das Hemd hervorschaut. Die Beinkleider sind eng anliegend. Die hohen Reitstiefel sind an den Stulpen mit Schlitzen verziert, so wie alle Gewandteile.
Am Ende des 16. Jh, in der Spätrenaissance, gibt es sehr strenge Formen. Besonders die spanische Hofmode war dabei tonangebend.
Die Männer der Spätrenaissance tragen also nach spanischem Vorbild Pumphosen, sowie ein enges Wams mit Stehkragen, langen Ärmeln und Schulterbetonung.
Die Dame hat ein enges, hochgeschlossenes Mieder mit kleiner Halskrause. Wie bei den Herren sind die Schultern mit einem Wulst betont. Unter diesen Miedern wurden Korsetts aus Eisen getragen.
Die Röcke zeigen eine kegelförmige Silhouette - in Form gehalten von einem Reifrock. Unter dem in der Mitte geschlitzten Überrock sieht man den obersten Unterrock.
Man sieht bei dieser Dame auch das Haarnetz, das ab der Renaissance gerne getragen wird.
Neu in der Renaissance - wie Sie auch bei den vorigen Herrschaften gesehen haben - ist die Verwendung von Spitze, vor allem in der Spanischen Mode wurden weiße Spitzen im Gegensatz zu der oft dunklen Kleidung vor allem bei Hals- und Ärmelabschlüssen verwendet.

Barock befasst sich mit der Zeit von 1620 bis 1790 und enthält die Stilepochen Barock und Rokoko.
Kostümkundliches Ausgangsmaterial für diese Epoche sind eine Fülle an Originalgewändern, sowie die im späten 17. Jahrhundert entstandenen ersten Modejournale.
Beginnen wir mit dem Frühbarock, der Zeit der Musketiere:
Die Dame trägt ein Kleid mit einem weiten Dekoltee, das mit der sogenannten "Berthe" - dem weißen Spitzenkragen betont wird.
Das Mieder läuft zu einer spitzen Schneppe zusammen und unter dem Rock schaut der andersfarbige Unterrock hervor.
Der Herr trägt eine helle Jacke mit Scheinärmeln und enge Hosen. Typisch für die Zeit des 30-jährigen Krieges am Beginn des 17. Jh. sind der große Hut und die Stulpenstiefel.
Die breite Krempe des Schlapphutes diente auch als Stimmungsbarometer des Trägers und konnte ins Gesicht gezogen werden oder hochgeschlagen - je nach Tagesverfassung.
Das herrschaftliche Paar wird von einer holländischen Dienstmagd begleitet. Sie trägt Kleidung aus Wolle in gedämpften Farben, und schicklicherweise zwei Hauben - eine Unter- und eine Überhaube.

Rokoko 18. Jahrhundert
Der Zeitgenosse Mozarts trägt ein Justaucorps, Kniebundhosen, eine Weste und ein Rüschenhemd mit Spitzenjabot.
Man sieht also, der Rokoko-Herr von Welt liebt Pastellfarben und haufenweise Spitze an Ärmel, Halsbinde und Schleifen an den Schuhen.
Man schwelgte in schönen Brokat- und Seidenstoffen, die man meterweise verbrauchte.
Seine Begleitung trägt eine "robe francaise" ein Kleid nach Französischem Schnitt. Auffallend ist der ovale Rock, der durch eine Krinoline oder Hüftpolster gehalten wird. Das mit Fischbein verstärkte Mieder ist eng, das Dekolleté betont und der Stecker mit Perlen bestickt.
Weiß gepuderte Perücken mit den typischen Schläfenrollen beim Herrn und den Stirn- und Nackenlocken bei der Dame vervollständigen das Gesamtbild.
Der wichtigste Begleiter der Dame ist ihr Fächer. Dieser versorgt sie mit frischem Wind und verhinderte so manche Ohnmacht, aber er diente auch als Kommunikationsmittel.
So war es mit der Fächersprache möglich, bei einer Unterhaltung einerseits besonders klug zu wirken, andererseits im gleichen Moment ein Rendez-vous mit  einem Liebhaber auszumachen.
Die Liebe zur Natur und ihre Verherrlichung führen im späten Rokoko zu Landpartien und Schäferspielen. Die Kleider der Damen bei solchen Veranstaltungen geben sich betont ländlich oder das was auch immer man darunter verstanden hatte. Der Fächer und der Picknickkorb durften nicht fehlen. Ja und natürlich der Schirm, der die Damen vor der Sonne schützte und ihnen half ihre noble Blässe zu bewahren. Gebräunte Haut war ja nur etwas für die arbeitenden Klassen. Heute ist es umgekehrt: Die arbeitenden sitzen blass im Büro, die reicheren bräunen sich am Südseestrand.
Sie sehen hier ab dem Barock etwas Neues, das die Herren in Wallung brachte: Der Ärmel reicht nur noch bis zum Ellbogen und man kann die Unterarme sehen, wie frivol und früher undenkbar!!
Auch hier wieder das Korsett. Man kann damit zwar nicht mehr atmen, aber die galanten Herren helfen einer in Ohnmacht gefallenen Dame sicher gerne auf.
Unter dem Oberrock haben sie 3 Unterröcke, einen Reifrock und seitliche Polsterungen.
Wenn der Galan seine Dame auspacken wollte, war das eine Wissenschaft für sich.
Der Herr trägt wie immer ein Justaucorps, einen Dreispitz und genießt seinerseits die Natur mit einer Pfeife.

Das Empire umfasst die relativ kurze Zeitspanne von 1795  bis 1820 und bildet den Abschluss dieser Modeschau.
Josephine, die Gemahlin von Napoleon Bonaparte, hat diese Modeströmung entscheidend geprägt. Nach der französischen Revolution besinnt man sich zurück auf die griechische Antike, sowohl philosophisch, als auch in der Mode.
Die Damenkleider sind lang, fließend mit hoher Taille, angelehnt an hellenistische Statuen.
Die Kleider haben nun keine Korsetts mehr und nur wenige - zum Teil hautfarbene - Unterkleidung. Dies brachte den oft leicht durchscheinenden Kleidern den Namen "Nacktmode" ein, da man mehr als nur die Körperkonturen gut sehen konnte.
Helle Farben und dünne Stoffe zeichnen diesen Stil aus. Die Frisuren sind ebenfalls antikisiert, und mit Diademen, Tüchern und Bändern geschmückt.
Für die Herren beginnt die Zeit des Fracks. Und die Zeiten der knielangen Hosen sind am Hof jetzt endgültig vorbei. Der Frack wird nun für den Mann von Welt das vorrangige elegante Kleidungsstück des ganzen 19. Jahrhunderts.
Den Frack sieht man ja auch heute noch bei großen gesellschaftlichen Anlässen wie dem Opernball.

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