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Neuheiten in der Urologie mit Primar Dr. Dunzinger, 14. März 2007

Seit zwei Jahren leitet Primar Dr. Michael Dunzinger die Urologische Abteilung im LKH Vöcklabruck. Der gebürtige Linzer ist stolz auf sein junges Team und lobt die gute Übergabe von seinem Vorgänger Primar Dr. Sacherer. Auf Einladung der Gesunden Gemeinde Gosau kam er in das Kulturzentrum, um dem sehr zahlreichen Publikum sein Fach ausführlich vorzustellen. Es reicht von der Zeugung des Menschen bis zum Greisenalter.Die Urologie befasst sich mit Erkrankungen der harnableitenden Wege bei Frau und Mann, Harnwegsinfekten, Nierenerkrankungen, Nierensteinen und Fertilitätsstörungen beim Mann. Urologische Missbildungen und Blasenentleerungserkrankungen bei Kindern gehören ebenfalls in dieses Fachgebiet.

Viele Männer leiden an einer erektilen Dysfunktion (Impotenz). In Österreich gibt es ca. 700 000 Betroffene, doch nur 10% gehen zum Arzt.
Ursachen:
•    Diabetes 50%
•    Herz- Kreislauf Erkrankungen 40%
•    Arzneimittel,Alkohol, Nikotin
•    Operationen und Bestrahlung im Beckenbodenbereich, Prostata, Dickdarm
•    Verletzungen im Rückenmark
•    Hormonerkrankungen
•    Psyche und Partnerschaft
Medikamente wie Viagra und Cialis sind eine sichere und gute Hilfe. Vorsicht ist bei Patienten mit Angina Pectoris geboten.
Ein wichtiges Kapitel an diesem Abend spielten die Prostataerkrankungen.
Die gutartige Prostatavergrößerung kann vorerst medikamentös behandelt werden, bei Harnstau wird sie durch Lasertechnologie entfernt.
Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Betroffen sind 30% der Männer über 50!
Mit der PSA (Prostatspezifisches Antigen) Bestimmung kann eine Erkrankung der Prostata in sehr frühem Stadium erkannt werden. Leider steigt der PSA Wert in 15%-18% der Prostataerkrankungen nicht an. Die digitale (Finger) und Ultraschall Untersuchung sind weitere wichtige Untersuchungen für die Frühdiagnose.
Der PSA Wert steigt im Laufe des Lebens an. Bei 40- 49 Jährigen soll er den Wert von 2,5 nicht überschreiten, bei 70-75 Jährigen liegt der PSA Grenzwert bei 6.5.

Primar Dr. Dunzinger befasst sich schon sehr lange Zeit mit der laparoskopischen Operationsmethode. Weniger Komplikationen, schnellere Mobilisation, weniger Schmerzen und kürzere Rekonvaleszenz sind die großen Vorteile der sogenannten Knopfloch - Chirurgie.
Sehr eindrücklich waren die Videoclips einer solcher Art durchgeführten Prostataentfernung.
Beckenbodentraining gegen die Inkontinenz nach der Operation und das Wiedererlangen der sexuellen Aktivität mit Unterstützung von Medikamenten spielen eine wichtige Rolle in der Nachbehandlung.

1300 Prostatakarzinome wurden 2006 in Oberösterreich entdeckt, doch ca. 4500 Männer wissen nicht, dass sie an einem Prostatakarzinom erkrankt sind.
Im Frühstadium kann es durch eine Operation geheilt werden.
Die Organisation Forum Prostata setzt sich besonders für die Früherkennung und Aufklärung ein. Auch die Gosauer Männer hatten an diesem Abend die Gelegenheit, sich ihren PSA Wert bestimmen zu lassen und sie haben diese Möglichkeit sehr gut angenommen.

Gesunde Gemeinde Gosau

Weiteres zum Thema Sexualität und Prostataerkrankungen

Mag. Rainer Posch
„Gesunde Gemeinde Gosau“ zum Thema Prostatakrebs und Sexualstörungen

Dr. Michael Dunzinger, Primar am LKH Vöcklabruck, referierte kürzlich im Rahmen der Aktion „Gesunde Gemeinde Gosau“ im Kulturzentrum. Gesunde Gemeinde-Obfrau Anni Ringer hatte zu diesem Anlass nicht nur den ausgewiesenen Experten zum Thema Urologie und Andrologie eingeladen, sondern es auch möglich gemacht, dass sich die vielen interessierten Männer auch einem PSA-Test unterziehen konnten. Dazu stand Gemeindearzt Med.Rat Dr. Ringer mit einem Team Helferinnen zur Verfügung.

Primar Dunzinger betonte im Nachhinein, wie wichtig diese Art der Vorsorgeuntersuchung ist. Zwar biete der Test keine 100-prozentige Prognosesicherheit, doch sinke seit seiner Einführung Anfang der 90-er Jahre die Sterblichkeitsrate der häufigsten Krebserkrankung des Mannes kontinuierlich, obwohl die Erkrankungsrate sogar zunimmt. Dem „händischen“ Prostatacheck sollten sich Männer mittleren Alters dennoch auf jeden Fall unterziehen, denn immerhin 15 bis 20 Prozent der Prostatakrebserkrankungen gehen mit einem niedrigen PSA-Test einher.

Inhalte und die Art des Vortrags von Dr. Dunzinger vermittelten den Zuhörern, dass alles rund um die männliche Sexualität und die androgenen Sexualorgane tabulos besprochen werden sollte. Frei heraus referierte er in seinem Streifzug durch die Urologie über sexuelle Dysfunktionen, von denen 600 – 800.000 Männer in Österreich zeitweise betroffen sind, über deren Ursachen und nicht zuletzt über professionelle Hilfe. Auch wurden so manche Mythen der Sexualität entzaubert. Zum Beispiel, was die Häufigkeit von Geschlechtsverkehr angeht. Wunsch und Wirklichkeit, manche(r) hat’s schon geahnt,  klaffen hier weit auseinander. So liegt die Durchschnittshäufigkeit laut Dr. Dunzinger bei ca. einem Akt pro Woche. Auch sei die körperliche Anstrengung beim Sex kaum größer als bei mittelmäßig harter Gartenarbeit (wenn auch von den meisten Menschen diese Tätigkeit als wesentlich angenehmer empfunden wird als zum Beispiel das Schieben des Rasenmähers). Infertilität, also Unfruchtbarkeit, und andere Störungen des Sexuallebens treten im Übrigen häufiger auf als viele andere Erkrankungen, häufiger als zum Beispiel die Volksseuche Diabetes, und Sexualstörungen werden von der WHO auch als Krankheiten definiert, dennoch zahlt hier die Krankenkasse die Behandlung nicht.

War der Vortrag als solcher geprägt vom Wunsch, das Thema männliche Sexualität gesellschaftsfähig zu machen und hinsichtlich sexueller Störungen zu beruhigen, so waren andererseits Bilder zu sehen, wie sie drastischer kaum sein könnten. Dr. Dunzinger ist ein glühender Verfechter der Laparaskopie. Darunter versteht man die Einführung von chirurgischen Instrumenten durch kleine Schnitte in der Bauchwand, also die sogenannte Knopflochchirurgie. Diese Methode sei wesentlich schonender für den Patienten, somit sei der Schmerzmittelverbrauch wesentlich verringert, das Postoperativum verkürzt und die Mobilisierung früher möglich. Dem Patienten geht’s nachher nicht nur besser, er kann auch das Krankenhaus früher wieder verlassen.

Und ein weiterer Vorteil: Bei dieser Methode kann offensichtlich auch hervorragend mitgefilmt werden, sodass auch Laien einen guten Einblick in chirurgische Eingriffe wie das Abschälen oder sogar operative Entfernen einer karzinogenen Prostata erhalten. Das Krankenhaus Vöcklabruck ist übrigens eines von nur 7 Instituten in Österreich, wo diese Methode auch zur radikalen Prostatatektomie genutzt wird.

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