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Grünes Kreuz für Gosauer Bergretter

Dr. Christian Wadsack (Präsident ÖAV, rechts stehend) und Dr. Andreas Ermacora (Vizepräsident ÖAV, links stehend) gratulieren Helmut Spielbüchler

Helmut Spielbüchler hat heuer das höchste Ehrenzeichen für Rettung aus Bergnot verliehen bekommen, das „Grüne Kreuz“. Im Zuge der Jahreshauptversammlung des Österreichischen Alpenvereins am 15.10.2011 in Mayrhofen im Zillertal (Tirol) ist der Gosauer einer der wenigen Bergretter gewesen, welche diese Ehre jährlich zuteil wird. Die Auswahlkriterien sind streng, bisher haben das seit 1923 eingeführte Ehrenzeichen, welches gerne als „Bergrettungs-Oscar“ bezeichnet wird, nur wenige Personen verliehen bekommen, Spielbüchler ist der 476. Preisträger. Nach der Goldenen Verdienstmedaille des Landes Oberösterreich 2009, ist dies eine noch wesentlich höhere Auszeichnung für seine Verdienste bei der Bergrettung.

In den 18 Jahren als Einsatzleiter, 19 Jahren als Ortstellenleiter bei der Ortsstelle Gosau und den zusätzlichen 12 Jahren Flugretter der Fliegerstaffel Aigen/Ennstal hat Spielbüchler einiges erlebt. Wie viele Menschen der ausgebildete Berg- und Skiführer insgesamt gerettet hat, weiß er nicht mehr, aber um die 400 Einsätze werden es schon gewesen sein, berichtet er. Einer davon ist ganz besonders in Erinnerung geblieben: Ein Vater und sein Sohn mussten in der Däumling Ost-Kante (Gosaukamm) aufgrund Einbrechens der Dunkelheit mitten in der Kletterwand ein Notbiwak aufschlagen, durch einen Wettereinstutz mit 20cm Neuschnee kamen sie aber am nächsten Tag unmöglich mehr weiter. Einen Normalweg auf diesen Berggipfel gibt es von keiner Seite, Schwierigkeitsgrad 5+ ist der leichteste Anstieg und da das obere Drittel des Berges aufgrund der Kälte während des herrschenden Schlechtwetters mit einem dicken Eispanzer überzogen war, konnten selbst die Bergretter unmöglich zu den zwei Personen in Not vordingen. Glücklicherweise setzte eine kurze Wetterbesserung ein, der bereite Hubschrauber brachte zwei Bergretter zum Gipfel, welche den Rest der Mannschaft auf der mit Eis bedeckten Kletterroute hinauf sichern konnten und die erschöpften und unterkühlten Kletterer schließlich gegen Abend mit einem 400m langen Stahlseil ins Tal abseilten. Dieser Einsatz von 1984 gilt bis heute als eine der schwierigsten Bergungen im gesamten Gosaukammgebiet. „Im Nachhinein vergisst du die Strapazen und bist einfach froh, dass du den Bergsteigern helfen konntest, ihnen das Leben retten konntest. Da freut es einen natürlich schon, wenn dann im Nachhinein auch von Seiten der Öffentlichkeit mit einer derartig hohen Auszeichnung gedankt wird“, so Spielbüchler.

Mit seiner Erfahrung steht Helmut Spielbüchler der Bergrettungs-Ortsstelle Gosau natürlich noch immer zur Verfügung, auch wenn der 67-jährige Gosauer seine Funktion als Leiter 2009 nach der langen aktiven Zeit zurückgelegt hat und die Berge nun mehr für sich selber mit gemütlicheren Touren genießt.


Bericht und Foto: Mag. Anna Spielbüchler

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