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Traunspiegel, Mai 2001

Mehr Raum für Frauen aus Gosau 

Alexander Savel

Die Frau des Gemeindearztes, Anni Ringer, gründete vor zehn Jahren eine Stillgruppe, die dann als Mütterrunde fortgeführt wurde. Dabei fiel ihr auf, dass die jungen Mütter das Bedürfnis nach Gedankenaustausch und Weiterbildung hatten. So entstand der Frauentreff. Waren es zuerst nur Geburtsvorbereitungskurse, die veranstaltet wurden, so wurden schon bald andere Wünsche vorgebracht: ein Turnen ohne Leistungsdruck für Kinder, Umtauschbasar oder ein Kinderfasching, zu dem gleich beim ersten Mal etwa 200 Kinder aus Gosau kamen. Auf der Suche nach Referenten für Vorträge stieß man auf das katholische Bildungswerk. Doch in einem evangelischen Ort wurde diese Einrichtung einfach auf "ökumenisches Bildungswerk Gosau" umbenannt und seither können "begegnungsfördernde, beziehungsstiftende und gemeinschaftsbildende" Vorträge angeboten werden. "Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der Vertrauen, Herzlichkeit, Offenheit und Geschwisterlichkeit zählt", sagt Anni Ringer.

1994 wurde ein neues Projekt gestartet: ein Spielplatz wurde geplant und schließlich auch verwirklicht. Der Spielplatz war so gut ausgeführt, dass es dafür den Umweltschutzpreis gab.

"Jetzt fällt mir nichts mehr ein", sagte Anni Ringer nach diesem Projekt. Doch bald wurde eine neue Idee geboren: Es fehlte nämlich in Gosau ein Raum für Frauen, in dem sie sich regelmäßig treffen können. Es bildete sich eine Frauengruppe, die sich dafür einsetzte. Daraus entstand der Verein "Quelle", der seit einigen Jahren hinter dem Gemeindeamt ein eigenes Stockwerk in einem Gebäude zur Verfügung hat. Dadurch konnten neue Gruppen im Bereich Frau und Familie angesprochen werden. Die Gemeinde half bei der Umsetzung sehr mit.

 

Wer erfolgreich arbeitet, muß auch Rückschläge einstecken. Ein solcher war die Idee eines "Medien- und Kommunikationszentrums Gosau", das im alten Forsthaus untergebracht werden sollte. "Die Zeit war einfach nicht reif für diese Idee", musste sich der Frauentreff eingestehen. Seit diesem Zeitpunkt spuckte aber das Internet in den Köpfen der Frauen herum. Und so stellte eines Tages Anni Ringer folgende Anfrage ins Internet: "Tausche Urlaubstage in Gosau gegen Homepage". Und prompt meldete sich eine Webdesignerin (Gestalterin von Internet-Seiten) aus Linz, mit der ein Konzept für eine eigene Gosauer Homepage erstellt wurde. Unter "www.gosaunet.at" kann man seit ein paar Monaten alle möglichen Informationen über Gosau erfahren. Das geht von Veranstaltungshinweisen bis zu den aktuellen Ergebnissen der Stockschützen. Ein weiterer Nebeneffekt dieses Projektes war, dass sich die Frauen selbst einen Computer anschafften und lernten, mit dem Internet und der elektronischen Post (e-mail) umzugehen. Seither werden Termine und Erfahrungen des Frauentreffs über E-Mail verschickt. Die sonst eher skeptischen Männer mussten sich eingestehen, dass ihren Frauen mit der Homepage eine tolle Leistung erbrachten, nicht nur deswegen, weil die Ergebnisse des Eisstockschießens sofort nachzulesen waren.

Ein anderes Projekt des Frauentreffs ist die "Gesunde Gemeinde", die als Ziel hat, die Gesundheit im Ort zu fördern. Ein eigener Arbeitskreis wurde dafür eingerichtet.

Anlässlich des 10 Jahres Jubiläums von Frauentreff und ökumenischem Bildungswerkes findet am 18. Mai um 20 Uhr eine Feier im Volksheim statt. Es gibt einen Rückblick über die letzten zehn Jahre, ein Referat zum Thema: "Chancen neuer Medien für Randregionen, im speziellen für Frauen", die Homepage wird präsentiert und der Ball- und Wort-Jongleuer Günther Lainer zeigt seine Künste. Natürlich ist auch für Musik gesorgt. Jeder ist zu dieser Feier eingeladen.

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